Tag 2 Bulbhule nach Jagat
Die erste Nacht auf dem Trek war doch anders als erwartet. Wir haben uns auf wenig Komfort eingestellt, aber dass es so ungemütlich wird, haben wir nicht gedacht. Etwas desillusioniert wollen wir gegen 8 Uhr Richtung Jagat starten. Es liegen 16km und ca 500 Höhenmeter vor uns. Bis wir dann aber endlich los kommen ist es 9 Uhr.
Die Laune ist in Ordnung, das Wetter ist gut. Wir starten! Die heutige Etappe soll uns auf der Straße entlang führen. Wir kommen zunächst gut voran. Merken aber doch, dass wir diese Art der Bewegung bzw generell so viel Bewegung nicht gewohnt sind. Mit jedem Kilometer werden die Beine schwerer, der Rücken schmerzt etwas mehr und auch Ann-Kathrins Husten macht sich bemerkbar. Wir machen zwei Pausen, essen lediglich unsere Müsli-Riegel und Bananen (die waren noch aus unserem Lunch Paket des Hotels vom Vortag übrig). Immer wieder machen wir kurze Pausen und versuchen neue Kraftreserven zu mobilisieren. Während einer solchen Pause hält ein Motorrad neben uns an und der Fahrer fragt, ob alles in Ordnung ist. Er erzählt uns, dass er ein Hotel in Jagat besitzt und sich freuen würde, wenn wir dieses als Unterkunft wählen. Wir merken uns den Namen: Mont Blanc (ist auch nicht schwer, wir fühlen uns als würden wir diesen besteigen) und laufen weiter.
Nach 12km verlässt uns die Kraft, wir werden immer langsamer und beschließen den nächsten Jeep anzuhalten, in der Hoffnung noch 3 freie Plätze zu finden, damit wir nach Jagat kommen. Wie es eben immer so ist: Wenn man keinen braucht kommen sie gefühlt im 15 Minuten Takt, wenn man dann einen Jeep möchte, kommt keiner. Schließlich findet sich doch noch ein Jeep, der sich bereiterklärt uns mitzunehmen. Allerdings gibt es nur noch auf der Ladefläche Platz für uns. Soll uns auch recht sein,Hauptsache wir kommen nach Jagat. Zunächst müssen die Waren, die hinten verstaut sind, umgeschichtet werden, sodass auch wir und unsere Rucksäcke noch Platz finden. Währenddessen kommt auch noch ein zweiter Jeep, der dann Leon auflädt. Eine gute Entscheidung, da es mit Ann-Kathrin, mir und einem Nepalesen auf der Ladefläche zusammen mit dem ganzen Gepäck ganz schön eng wird. Die Straße/Piste ist ja bekanntlich in einem eher schlechten Zustand, sodass wir ordentlich durchgeschüttelt werden. Wir sind so kaputt, uns ist alles Recht und weit ist es auch nicht mehr. Nach gefühlt 20 Minuten Staub einatmen und Gewackel erreichen wir schließlich Jagat.
Schnell finden wir auch das besagte Hotel Mont Blanc. Es sieht nett aus. Wir werden vom Sohn des Besitzers begrüßt, der bereits von seinem Vater informiert wurde. Außerdem gibt es „echten“ Kaffee. Wir beschließen hier ein Zimmer zu nehmen und füllen die leeren Mägen. Uns werden die heißen Quellen ans Herz gelegt, die sich ca 15 Minuten (Runterweg)unterhalb von Jagat befinden (aber 30 min Hochweg). Wir müssen das erstmal vertagen. Runter kommen wir bestimmt noch, aber nach einem heißen Bad nochmal 30min Treppen rauf könnte schwer werden. Und hier findet sich sicher kein Jeep. Nicht so schlimm, die warme Dusche ist schon eine Wohltat. Wir essen noch Dal-Bhat bzw. Gebratenen Reis mit Gemüse bevor wir fix und fertig ins anfänglich kalte Bett fallen.