Tag 1 Kathmandu- Besishara-Bhulbule
Nun beginnt also unser „Abenteuer Himalaya“!
Es ist 6:15Uhr und wir checken aus dem Hotel aus! Zum Glück können wir all unsere nicht benötigten Sachen dort lassen. Sie werden dort sicher verwahrt und erwarten uns dann hoffentlich nach unserer Tour! Wir machen uns mit unseren Rucksäcken auf den Weg zur „Bushaltestelle“-einfach eine etwas größere Straße an deren Rand viele Touristenbusse parken. Diese sind größer und etwas komfortabler als die „Public-Buses“. Wir haben uns für einen „VIP-Bus“ entschieden. Dieser kostet nur ein paar Euro mehr, hat aber breitere und bequemere Sitze. Die Touristen Busse fahren nach Pokhara, ein Ort der etwas weiter liegt, als unser Ziel Besisahra. Wir müssen deshalb nach 3/4 der Strecke aussteigen und uns selbst um eine weitere Transportmöglichkeit kümmern. Wir haben mit deutlich mehr Touristen in unserer Situation gerechnet, als wir dann vorgefunden haben.
Dennoch bekommen wir direkt „Hilfe“ angeboten. Man könne uns für ganz wenig Geld mit dem eignen Jeep fahren. Wir haben schon mit etwas Kosten gerechnet, aber nicht mit dem, was uns hier angeboten wurde. Nach etwas Feilschen kommen wir in die Preisregionen, die wir erwarteten. Wir sollen noch ein paar Minuten warten, dann würden noch weitere Mitfahrer zu uns stoßen. Ich suche in der Zwischenzeit einen Laden um noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Der Verkäufer fragt mich, wo wir hin wollen und wie wir da hin kommen. Er erklärt mir die unterschiedlichen Busse und meint, wir sollten bei den Autos nicht mehr als einen bestimmten Betrag bezahlen. Da wir uns mit unserem ursprünglichen Jeep Angebot nicht auf diesen noch niedrigeren Preis einigen können, nehmen wir kurzerhand das Angebot des Ladenbesitzers an und er organisiert uns einen netten Fahrer, der uns in einem mini Kleinwagen nach Besishara fährt. Weiter nach Bulbhule will er nicht, da die Straße noch weniger für sein Auto geeignet ist, als die Schotterpiste, die wir bisher gefahren sind.
Wir beschließen kurzerhand unsere Tour in Besishara zu starten und nach Bulbhule zu laufen. Nachdem wir bisher keinen Touristen gesehen haben, fällt uns direkt ein Asiate in etwa unserem Alter auf, der etwas verloren die Straße lang läuft. Schnell kommen wir mit Leon ins Gespräch. Er plant die selbe Route wie wir und so beschließen wir gemeinsam in den Trek zu starten. Wir lasen in unterschiedlichen Blogs etwas von 2-2,5h lockeren Fußwegs bis nach Bulbhule. Schnell stellen wir fest, dass diese Blogs ein anderes Tempo zugrunde legen, als wir das gehen können.
Nicht bedenkend wie früh es hier dunkel wird (wir waren noch die Sommer Zeiten in Afrika gewohnt) wird es immer dunkler und dunkler, während wir dem Trek folgen. Wir hatten ja damit gerechnet irgendwann unsere Stirnlampen zu benutzen, aber nicht vor dem Pass, zu dem man früh aufbrechen soll. Jetzt kommen sie schon am ersten Tag zum Einsatz. In absoluter Dunkelheit und mit einer Mischung aus Euphorie (wir sind im Himalaya angekommen) und Ernüchterung (am ersten Tag schon durch die finstere Nacht zu stapfen) erreichen wir schließlich Bulbhule. Wir scheinen sehr verloren zu wirken, da wir direkt von einem Herren angesprochen wurden, der auf seiner Terrasse sitzt und uns den Weg zu einem Guesthouse erklären will. Wir müssen noch verlorener reagiert haben, weil er kurzerhand seinen ca 4 Jahre alten Sohn einpackt und mit uns zu eben jenem Guesthouse läuft. Ohne Internet und somit Googlemaps verlassen wir uns darauf, dass diese Unterkunft gut ist.
Wir werden sehr trocken begrüßt und nehmen im offenen und somit zugig, kalten Essensraum Platz. Unsere Zimmer liegen unter dem Dach, dort findet sich auch eine der Toiletten, wie sie uns noch oft begegnen werden. Eigentlich bestehen sie nur aus einem Loch im Boden. Duschen finden sich 3 Etagen tiefer, hierhin führen schmale steile Holztreppen. So haben wir es zwar erwartet, aber doch auf etwas mehr Komfort gehofft. Willkommen in den Bergen Nepals.
Unser Zimmer stellt sich als das ungemütlichste der ersten Tage heraus. Fensterscheiben gibt es nicht, nur eine Art Fensterladen, der in die Öffnungen geklappt wird. Leider ist hier der Begriff der Spaltmaße oder Dichtungen nicht bekannt, weshalb wir die ganze Nacht von einem kalten Luftzug umgeben sind. Sollen so die nächsten Wochen aussehen? Oder noch schlimmer? Wir sind schließlich noch in einem ausgesprochen gut erschlossenem Gebiet mit breiter, gut zu befahrener Straße. Erste Ernüchterung macht sich breit und wir fragen uns, ob wir unseren Plan durchhalten werden.
Leon schien mit seinem Zimmer mehr Glück gehabt zu haben. Er hatte immerhin Fensterscheiben. Der junge Hong-Konger ist froh Anschluss gefunden zu haben und wird uns auch die nächsten Tage begleiten.