Japan Tag 5 – Osaka I
Nun geht es also los. Die erste Großstadt in Japan, die wir auch erleben können.
Wir fahren wieder mit dem Shinkansen. Es geht von Hakone nach Odawara. Von dort im Shinkansen nach Mishima und dann nach Osaka. Fahrzeit: unter 3h mit 20 Minuten Umsteigezeit für 400km Strecke.
Früh müssen wir in unserem Hostel los. Rucksäcke haben wir am Vorabend schon etwas vorgepackt, dennoch muss noch einiges rein. Wir haben das Gefühl die Rucksäcke werden von Stop zu Stop voller und schwerer. Dabei ist, seitdem wir in Nepal noch ein paar warme Sachen besorgt haben, nichts mehr dazu gekommen. Alles eingepackt, geht es los. Wir sind mal wieder knapp dran. Gut aus dem Bett gekommen, schnell geduscht, aber dann rennt die Zeit, oder wir trödeln?! Irgendwie wird es hinten raus eng. Wir kommen an der Busstation an. Bus ist weg. Vielleicht sind wir auch einfach langsamer, als Google Maps denkt. Nicht schlimm, wir haben eine Alternative: Ein paar Meter weiter fährt die Bahn. Die erwischen wir gerade so. In Odawara haben wir noch ein bisschen Luft. Schnell sind die online reservierten Tickets am Automaten geholt und wir warten auf unseren Zug. Es gibt extra Plätze für Reisende mit Übergepäck. Per Definition sind unsere Rucksäcke noch im Rahmen, aber der Vorteil dieser Plätze: direkt hinter den Sitzen ist ein großer Stauraum, Rucksack rein, kleiner Rucksack drauf, Platz nehmen und man ist immer schnell an den Sachen, falls der Magen knurrt, oder der Handyakku schwächelt.
Wir sind früh genug am Bahnsteig, um uns noch mit Trinken und einem kleinen Snack einzudecken. Es gibt einen kleinen Kiosk mit allen möglichen interessant aussehenden Getränken und Essen. Nicht die Boxen, die wir gerne testen wollen. Sie sind wie Bento Boxen, bestehend aus vielen kleinen unterschiedlichen Sachen. Aber es gibt Onigiri. Das sind Dreiecke aus Reis und Nori Blatt, gefüllt mit Lachs, Thunfischcreme oder anderem. Wir suchen uns jeder 2 aus, das sollte als Frühstück langen.
Nach etwas weniger als 3h Fahrt kommen wir, wie erwartet, pünktlichst in Shin-Osaka an. Von hier sind es nochmals etwa 30 Minuten Metro und Fußmarsch zum Hostel. Die halbe Stunde kommt uns ewig vor. Die Rucksäcke werden immer schwerer. Im Hostel hören wir wie immer: Check in erst um 16:00Uhr, Zimmer seien angeblich nicht früher fertig. Ähnliches haben wir im letzten Hostel erlebt. Um 15:40Uhr war das Zimmer angeblich immernoch nicht fertig. Auf Nachfrage mit der Bitte vielleicht doch schon früher rein zu können, da wir beide krank wären, ging es auf einmal doch. Heute nicht so schlimm, es ist noch weit vor 16:00Uhr. Wir lassen unsere Rucksäcke im Hotel, trinken noch einen Tee und dann geht es los ins Getümmel.
Wir wollen nach Dotonbori. Hier soll es in den Straßen viele Restaurants, Läden und Leben geben. Auch die Ebisubashi Brücke und eine weltbekannte Reklametafel findet sich hier. Wir fahren mit der Metro wenige Stationen und sind direkt beeindruckt. Wir haben auf dem Weg aus der Station etwas die Orientierung verloren und stehen in einer langen Passage, die sich an die Metro Station anschließt. Hell, freundlich und gesäumt von Restaurants und Geschäften. Manche Restaurants sind leer, an anderen haben sich Schlangen gebildet. Das ist hier üblich. Man reserviert nicht, man kommt und schreibt sich auf die Warteliste oder wartet einfach vor dem Lokal. Warten. Nicht unsere Stärke, aber wir werden es noch des öfteren ausprobieren. In der Station finden sich neben Restaurants und Geschäften auch einige Massagesalons, diese bieten von einer Kopf bis zur Ganzkörpermassage alles an. Der ideale Platz, um die vom schweren Rucksack verspannten Schultern lockern zu lassen. Entspannt geht es dann weiter.
In Dontonbori finden sich eine große Fußgängerzone mit unzähligen Restaurants, Essensständen und Geschäften. Es wechseln sich leere Restaurants mit solchen ab, wo Leute in einer langen Schlange stehen. Wir lassen uns treiben und finden schnell die Ebisubashi Brücke mit der bereits erwähnten Reklame.
Nur ein paar Straßen weiter findet sich die „Göthestraße“ Osakas. Eine Edelmarke schließt sich an die nächste, die Straße ist schön geschmückt und wir genießen etwas Weihnachtsfeeling auf unserem Weg zu einem hübschen Café.
Nach einem warmen Heißgetränk geht es weiter auf der America Mura, eine Straße, die genauso auch in NYC liegen könnte. Aus den Geschäften dröhnt amerikanischer Rap, es werden entsprechende Klamotten verkauft und auch das Klientel auf der Straße scheint diesen Lebensstil gerne auszuleben. Von hieraus kommen wir zur Orange Street. Diese ist deutlich ruhiger, aber nicht weniger schön. Hier finden sich viele schöne Geschäfte, die zum Schaufensterbummeln einladen. Ein schöner Kontrast zu unseren letzten Zielen in denen alles chaotisch, laut und dreckig war. Es zieht uns in einen Outdoor- Laden, der jeden Wunsch eines Camping-Reisenden erfüllt. Von der Stirnlampe, über Campingkocher in groß und klein bis hin zu Schlafsäcken, die so voluminös sind, dass unser Rucksack damit voll wäre, gibt es hier alles. Es fällt schwer nicht schwach zu werden und eines der vielen Gadgets zu kaufen.
Die Dämmerung bricht herein und die Stadt bekommt nochmals ein anderes Gesicht.
Wir machen uns auf den Weg zurück ins Zentrum von Dontobori, wo wir unsere hungrigen Mägen füllen möchten. Wir suchen einen den vielen Stände an denen es Takoyaki gibt. Dies sind Teigbällchen, gefüllt mit einem Stück Oktopus mit Soße und Fischflocken. Es finden sich unzählige kleine Stände und sogar Restaurants, die sie verkaufen. Wir entscheiden uns für jenen Stand, an dem die Schlange am längsten ist. Getreu dem Motto: Die Einheimischen müssen wissen, wo es gut ist.
Wir warten (un)geduldig auf diesen kleinen Snack, der lecker ist aber für unseren Geschmack etwas fester gebacken sein könnte.
Wir kommen mehr oder weniger zufällig nochmals an der Reklame für Glico vorbei und nutzen die Dunkelheit für ein paar Touri-Bilder.
Müde von dem doch langen Tag, beschließen wir uns auf den Rückweg ins Hostel zu machen. Auf dem Weg nehmen wir noch etwas Sushi mit und lassen den Abend in unserem Zimmer, bei einer Serie, ausklingen.
Wie es in Osaka weitergeht kannst hier nachlesen.
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