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Japan Tag 4 Hakone II

Der zweite Tag in Hakone startet gemütlich. Wir schlafen etwas länger, bevor es erneut zum Ashi See geht. Heute wollen wir eine Art „Rundtour“ machen.

Zunächst fahren wir wieder mit dem Bus Richtung Ashi See, wir stoppen etwas früher und kehren in einem traditionellem Teehaus ein. Wir fühlen uns direkt nach Nepal zurückversetzt. Es hängen Rauchschwaden im Raum und es richtig kalt. Es gibt nur einen kleinen Gasofen, der nicht mal ansatzweise die Raumtemperatur über die Außentemperatur bringen kann. Wir bestellen Amazake, ein warmes Getränk aus fermentiertem Reis. Es schmeckt etwas wie flüssiger Milchreis. Super bei diesen Temperaturen. Eigentlich wollten wir aus Zeitgründen mit dem Bus weiter Richtung Ashi See, müssen aber feststellen, dass genau jener Bus, der sonst im halbstündigen Takt fährt, in dieser Stunde nicht fährt. Also beschließen wir den Fußweg zu nehmen. Er ist das überbleibsel einer Alten Verbindungsstraße, die genutzt wurde, bevor die geteerte Straße gebaut wurde.

Mt. Fuji vom Ashi See aus

Am Ashi See angekommen wollen wir nun auch ein Bild im Torri des Hakone Schreins. Das heißt Schlange stehen. Wir reihen uns ein und versuchen uns in Geduld. Zunächst klappt das auch super, aber immer dann, wenn jemand an der Reihe ist, der anscheinend kein Schamgefühl hat und gefühlt 1000 Bilder von sich, mit Partner, ohne Partner, von vorne, von hinten, von der Seite, von nah, von fern, von links, von rechts, wieder von vorne, oder doch von der Seite, vielleicht nochmal ohne Jacke, mit Kapuze auf, mit Brille, ohne Brille etc. Dann werden wir ungeduldig und fragen uns warum wir uns das antun. Endlich sind auch wir an der Reihe: einige schnelle Bilder von jedem und uns zusammen (wir wollen die hinter uns ja nicht ewig warten lassen) und schon ist der Spuk vorbei. Sind die Bilder was geworden? Hoffentlich. Wir stellen uns auf jeden Fall nicht nochmal an.

Torri des Hakone Schreins

Weiter geht es auf unserer rundtour mit dem Boot zum anderen Ende des Sees. Wir haben wieder Glück und der Mount Fuji zeigt sich weiß gekleidet ohne Wolken. Am anderen Ende des Sees wartet eine Gondel, die uns entlang der Hänge des Kratersees nach oben bringt. Hier warten Schwefelhaltige warme Quellen. Es riecht etwas nach fauligen Eiern und die Gebiete der heißen Quellen sind mit einer gelben Staubschicht bedeckt. Hier werden schwarze Eier verkauft.

Die schwarzen Eier sind hier überall

Dies sind Eier, die im Schwefelhaltigen Wasser gekocht werden. Hierbei färbt sich die Schale schwarz. Schmecken tun sie wie ganz normale hart gekochte Eier.

Schwarze Eier in Owakudani

Weiter geht es mit der Seilbahn, dieses Mal auf der anderen Seite bergab. Es Öffnet sich ein toller Blick Richtung Odawara, dem Meer und bis nach Tokio. Es ist schon wieder knapp. Wir sind nur 15 Minuten vor der letzten Talfahrt an der Gondel.

Ausblick aus der Gondel bei unserer Talfahrt

An der Talstation erwartet uns eine Standseilbahn. Mir dieser geht es schnurgerade weiter richtung Tal.

Blick vorbei an anderen Passagieren ins Tal

Nach der Seilbahn erwartet uns noch eine Fahrt mit einem Zug. Auch dieser Zug ist besonders. Er ist klein, schmal und überwindet steile Stücke. Im Laufe der Fahrt hinab liegen zwischen dem Fahrer (vorne im Zug) und dem Schaffner (4 Wagons weiter hinten) bist zu 2,5m Höhendifferenz. Das alles schafft der Zug ohne Seil oder Zahnrädern. Die Strecke ist in einem so engen Tal, dass der Zug mehrmals die Richtung ändern muss, da das Tal zu schmal ist um entsprechende Kurven in die Strecke zu bauen.

Abendessen in Japan

Schließlich erreichen wir wieder den Ort, in dem unser Hostel liegt. Eigentlich wollten wir nun ein Bad in einem der vielen Onsen nehmen, bevor es ein leckeres Abendessen in einem Soba Restaurant geben sollte. Wir merken gerade noch rechtzeitig, dass die meisten Restaurants im Ort bereits um 18:00Uhr schließen. Also werfen wir unseren Plan über den Haufen und versuchen noch was zu essen zu finden. Wir hatten auf dem Weg in unser Hostel ein nett aussehendes kleines Restaurant entdeckt, welches auch vom Hostel empfohlen wird. Nach wenigen Minuten Fußmarsch erreichen wir auch schon das Restaurant und wie sollte es anders sein. Es hat sich eine lange Schlange gebildet. Hinzu kommt, dass das Restaurant nur 45 Minuten nach unserer Ankunft schließt.

Wir entscheiden unser Glück zu versuchen, schreiben uns auf die Warteliste und reihen uns in die Schlange der Wartenden. Wir stellen fest, dass es hier einen regen Wechsel der Gäste gibt. Hier kommen die Leute nur hin um schnell etwas zu essen und sobald sie fertig sind sind sie auch schon weg. Nach 25 Minuten Wartezeit sind dann auch wir an der Reihe. Es gibt hier Soba und nur Soba. Soba sind Nudeln aus Buchweizen. Sie werden in einer Brühe oder aber kalt serviert. Das merken wir aber erst, nachdem wir die kalten Nudeln vorgesetzt bekommen. Nicht das Richtige bei einstelligen Außentemperaturen. Gut dass wir die andere Portion in einer Brühe bestellt haben, so können wir uns an dieser wärmen.

Links die Soba in der Brühe und rechts kalte Soba mit frittierten Garnelen

Wir sind die letzten, als wir 20 Minuten nach betreten des Restaurants dieses verlassen. Es war lecker aber kalte Nudeln muss man mögen. Nichts für uns.

Wir machen uns auf den Weg in Richtung des Onsen, nehmen auf dem Weg unsere Badesachen im Hostel mit und sind eine halbe Stunde später im Bad. Von außen wirkt es wie ein Privathaus mit großem Parkplatz davor. Man schließt seine Schuhe in einen Spind, erhält einen zweiten Spindschlüssel und los geht es in die Japanische Badekultur. Es gibt fast ausschließlich Geschlechter Getrennte Bäder in Japan. Wir verabreden uns für eine Stunde später und los gehts. Zunächst heißt es alles ablegen. Onsen sind textilfrei. Von der Umkleide geht es in einen Raum in dem sich ca 15 Waschplätze hintereinander fanden. Jeder mit einer Duschbrause, einem kleinen Hocker, einer Wanne und Waschmittel ausgestattet. Hier schrubbt man sich wohl von Kopf bis Fuß bevor es weiter geht. Blitzeblank geschrubbt geht es dann weiter in den Außenbereich.

Hier finden sich verschiedene Becken mit unterschiedlich heißem Wasser und einem Whirpool mit etwas weniger heißem Wasser. In der Mitte steht ein Becken mit heißem Wasser und Schöpfkelle. Hiermit spült man sich ab, um sich an die Temperaturen zu gewöhnen bevor man in die heißen Becken abtaucht. Ich wechsele von Blubber zu heiß um dann an der kalten Luft wieder etwas abzukühlen. Genau das richtige für die Müden Knochen und angespannten Muskeln. Die Stunde vergeht wie im Flug und ich schaffe es geradeso zur vereinbarten Zeit am Treffpunkt zu sein.

Nach einem langen Tag und dem heißen Bad zum Abschluss wartet jetzt nur noch das Bett auf uns.

Morgen gehts es hier weiter.

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