Japan Tag 8 – Tokio II
Heute ist Silvester und wir wollen Tokio erkunden. Wir haben uns bereits im Vorfeld etwas mit den Bräuchen der Japaner zum Neujahr auseinandergesetzt und feststellen müssen, dass die Feierlichkeiten am 31. eher in der Familie statt finden und dann typischerweise an den ersten Tagen des neuen Jahres ein Schrein oder Tempel aufgesucht wird. Da auch wir gerne den ein oder anderen Tempel entdecken möchten beschließen wir das heute schon zu tun, da in den nächsten Tagen sehr viele Menschen in diesen erwartet werden. So werden am Meiji Jingu Shrine in den ersten Tagen des neuen Jahres mehrere Millionen Menschen erwartet.
Der Meiji Jingu Schrein steht heute als erstes auf unserer Liste. Wir machen uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf die ca. 45minütige Reise. Der Schrein ist dem Meiji-Tenno und seiner Frau Shoken-kotaigo bzw. Ihren Seelen gewidmet. Er wurde 1912-1920 mit Hilfe von Spendengeldern erbaut. Er liegt im Zentrum Tokios und ist von einem immergrünen Wald und Park umgeben. Auf seinem Gelände liegen neben der Tempelanlage im Zentrum weitere Gedenkhallen und Sportanalgen. Wir spazieren zunächst durch den Park, bevor wir uns in Richtung des Tempelzentrums auf machen. Je näher wir dem Tempel kommen, desto deutlicher wird, was hier die nächsten Tage passieren soll. Über den breiten Wegen sind Banner mit Beschilderungen gespannt, Absperrgitter sind aufgebaut, es gibt Markierungen, die die Straße in mehrere Reihen aufteilt. Im inneren des Tempels ist der Boden mit einer riesigen Plane ausgelegt.
Traditionell wird beim Besuch des Tempels rund um das Neujahr ein Gebet gesprochen, bei dem eine kleine Geldspende in Richtung des Altars geworfen wird (hierfür die ausgelegte Plane), des Weiteren werden Wünsche auf einen Zettel geschrieben, der zusammen mit Geld in einem Umschlag abgegeben wird. Auch das ziehen eines Orakels gehört mit dazu. Hierzu finden sich Holzboxen in denen viele Holzstifte stecken. Man schüttelt die Box und dreht sie herum, damit einer der Holzstifte durch ein kleines Loch auf der Oberseite hinausschaut. Auf diesem Stift findet sich dann eine Nummer, die einem die Nummer seines Orakels aufzeigt, welches auf Papierstreifen geschrieben, nach Nummern sortiert bereit liegt. Üblicherweise wird das Orakel, wenn es negativ ausfällt am Schrein angebunden und zurückgelassen, während positive mitgenommen werden.
Auch wir haben diese Schritte nacheinander durchlaufen. Es schadet sicherlich nicht! 😉
Danach ging es für uns weiter nach Shibuya. Shibuya kennt fast jeder. Und wem der Name nichts sagt, der kennt auf jeden Fall die Bilder, oder Videos der Shibuya Crossing, wo sich Massen von Menschen bei jeder grün Phase in verschiedene Richtungen aber doch nach einer gewissen Ordnung über die Kreuzung bewegen. Wir haben uns dieses Spektakel aus dem 1. Stock eines Musik und DVD Ladens angeschaut, wo sich ein Starbucks befindet und man bei Kaffee einen schönen Blick auf das Spektakel hat. Ja, du hast richtig gelesen, es gibt hier noch einen Laden, der CD‘s und DVD‘s verkauft und das ganze auf 5 Stockwerken!
Mit erschrecken mussten wir auf der Shibuya-Kreuzung auch viele Arbeiter entdecken, die an jeder Ecke Schilder aufstellten, dass der Silvester Countdown hier abgesagt wurde. Wir hatten in der abflauenden Corona Pandemie auf eine Silvesterparty gehofft. Früher trafen sich hier hunderttausende um gemeinsam dem Countdown entgegen zu fiebern. Etwas, wie am Times Square. Schade. Leider müssen wir dann feststellen, dass auch die anderen Veranstaltungen abgesagt wurden. Aber Hey! Wir sind in Tokio!
Weiter geht es für uns in Richtung Ginza. Dieses Viertel ist eher für seine schicken Einkaufsmöglichkeiten bekannt. Hier bewundern wir die immernoch angebrachte Weihachtsdekoration und üppig geschmückten Schaufenster.
Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg zurück in unsere Unterkunft. Für den Abend gibt es noch keine Pläne. Nach Absage der Events sind wir etwas verloren. Hinzu kommt, dass auch viele Restaurants bereits früh schließen. Wir werden Silvester wohl dieses Jahr zu Hause verbringen.
Nach Weihnachten schon das zweite mal, dass ein Fest nicht ganz so statt findet, wie wir es kennen oder uns vorgestellt haben. Aber so ist das, wenn man sich auf ein langes Abenteuer begibt, da ist vieles anders, als man es kennt oder erwartet. Das wichtigste ist doch aber, dass wir diese Momente zusammen erleben!
Den in Deutschland Silvester feiernden werden wir dann morgen Anrufen und unsere Neujahrsgrüße überbringen.
Morgen geht es für uns schon weiter. Wohin erfährst du hier.