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Australien Tag 4- Das geht ja gut los

Nach unserer ersten Nacht im Camper geht es weiter in Richtung Norden. Wir kommen gut, aber nicht sehr schnell voran. Zum einen sind hier durchgehend 100km/h erlaubt, zum anderen schafft unser Auto auch wahrscheinlich nicht viel mehr bzw. braucht dann noch mehr, als die schätzungsweise 15-20l/100km.

Nach einiger Zeit bemerke ich etwas, was man bei einem Auto nicht haben will: Eine leuchtende Warnleuchte! Es ist die Batterie Kontrolleuchte. Das Auto läuft und so beschließen wir zunächst einfach weiter zu fahren. Die Intention: Solange das Auto an bleibt, wird´s schon gut gehen. Dennoch kontaktieren wir unseren Autovermieter. Keine leichte Aufgabe. Es dauert locker 2h bis wir jemanden erreichen. Ab diesem Zeitpunkt fühlen wir uns aber gut aufgehoben. Es wird sich der Sache angenommen und eine Werkstatt in der Nähe gesucht, die uns hoffentlich helfen kann. Nach kurzer Suche findet sich eine Werkstatt in Airlie Beach. Ein Ort, den wir eh besuchen wollten, allerdings erst auf der Fahrt in Richtung Süden. Wir kommen am frühen Nachmittag dort an und schnell stellt sich die Lichtmaschine als Verursacher der Fehlermeldung heraus. Zunächst wird uns noch die Hoffnung gemacht, dass das Problem am selben Tag mit einer lagernden Lichtmaschine behoben werden kann. Nach einiger Zeit heißt es dann aber, dass dieses doch die falsche sei und eine neue am nächsten Morgen eintreffen soll und dann bis Mittags eingebaut sei.

Uns wird von einer Weiterfahrt abgeraten, weshalb wir das Auto zunächst an der Werkstatt stehen lassen und uns die Zeit am Strand vertreiben, bevor wir dann auf dem Parkplatz vor der Werkstatt unser Nachtlager aufschlagen.

Parkplatzromantik

Wir schlafen gut und können unser Auto am nächsten Morgen den Mechanikern übergeben, die versprechen bis Mittags fertig zu sein. Wir nutzen den freien Morgen, um den Tag am Strand bzw. In der „Lagune“ zu verbringen. Aufgrund der Gefahr von Quallen und vermutlich noch aus anderen Gründen, gibt es in Airlie Beach eine große Poollandschaft direkt am Meer, die für jeden kostenlos zugänglich ist. Es gibt Picknickplätze mit Grill, viel Grün mit Schatten spendenden Palmen und Sand.

Bis zum Mittag haben wir noch nichts vom Auto gehört, machen uns dann aber auf den Weg zur Werkstatt (wir wollen ja hoch in den Norden). Dort angekommen sei das Auto gerade fertig geworden. Wir freuen uns und sind froh, dass der Vermieter direkt mit der Werkstatt abrechnet und wir uns auf den Weg Richtung Norden machen können.

Wir fahren ca. eine Stunde, da fällt mir ein rot leuchtendes Licht am Armaturenbrett auf. Die Batteriekontrolleuchte. Zunächst denken wir, das könne daran liegen, dass sich die Batterie die letzten Tage entleert hat und erst wieder voll aufgeladen werden muss. Nach einigen hundert Kilometern leuchtet das verflixte Ding aber immernoch. Also nehmen wir wieder Kontakt mit der Autovermietung auf. Wir sind nun auf dem Weg nach Cairns bzw. wollten eigentlich noch daran vorbei. In Cairns befindet sich aber eine Zweigstelle unseres Vermieters. Hier werden wir überaus freundlich und zuvorkommend empfangen und versorgt (noch bevor sie wissen, dass hier Bockmist passiert ist).

Die dortigen Mitarbeiter schauen sich das ganze nochmal an, schicken uns aber ein paar Häuser weiter zu einer Werkstatt, die die Lichtmaschine nochmal ausbauen und auf Fehlersuche gehen soll. Wir werden ins gegenüberliegende Einkaufszentrum geschickt und schlagen dort, bei einem Kaffee, die Zeit tot.

Wir werden zügig angerufen: Das Auto sei fertig. In der Werkstatt angekommen war das Auto auch wieder zusammengebaut. Nur leider hat die erste Werkstatt die falsche Lichtmaschine eingebaut. Die eingebaute Maschine würde zwar zunächst funktionieren, aber wie lange konnte uns keiner sagen. Auch würde die Warnleuchte weiter leuchten. Uns wird empfohlen die Lichtmaschine am nächsten Tag tauschen zu lassen, da würde die nun bestellte richtige Lichtmaschine ankommen und sei dann innerhalb weniger Stunden eingebaut.

Bedeutet: Wir müssen uns wieder einen Schlafplatz in der Nähe suchen und am nächsten Tag soll dann die richtige Lichtmaschine eingebaut werden. Wir bekommen den Tip einer Mitarbeiterin, wir sollten doch noch 25 Minuten weiter nach Norden fahren, dort sei ein kleines Städtchen am Strand, hier könne man direkt am Wasser stehen.

Unser Blick aus dem Bett auf den Strand

Also fahren wir nochmal weiter und finden ein kleines Städtchen vor. Es gibt einen langen Strand mit direkt angrenzender Straße, vielen Stellplätzen, Toiletten und Duschen. Wir schlagen unser Quartier auf und müssen aber bei Regen den Abend im Camper verbringen. Am nächsten Morgen geht es wieder nach Cairns, um das Auto nun zum hoffentlich letzten Mal reparieren zu lassen. Wir werden wieder in die Mall geschickt und warten dort während des Shoppens auf den Anruf, dass das Auto fertig ist und wir endlich weiter fahren können. Einige Kaffe und Einkäufe später ist es dann soweit und wir sitzen bei Regen in unserem reparierten Auto, auf dem Weg in Richtung Norden. Dort erwartet uns der Daintree Regenwald.

Zunächst führt uns unser Weg entlang der Küste, der eh schon kleine Highway wird gefühlt immer kleiner, immer weniger befahren. Am Ende eines kleinen Ortes findet sich eine Tankstelle mit dem Hinweis, sie sei die letzte Tankstelle vor/im Regenwald und die Tankstelle, die es wohl mal im Regenwald gab, sei geschlossen.

Also machen wir das Auto nochmal voll (Weiter als 450-500km kommen wir nicht mit einer Tankfüllung) und hoffen, dass die Strecken im Daintree nicht zu lang werden.

Weiter geht es bis wir die Fähre erreichen. Sie führt über einen Fluss und ist der einzige Zugang zum Daintree aus südlicher Richtung. An der Tatsache, dass direkt neben dem Fähranleger die „Crododile Touren“ starten merken wir, dass wir im Regenwald angekommen sind. Die Fähre braucht nur wenige Minuten, bevor es im dichten Dschungel eine eng geschlungene Straße bergauf, bergab geht. Immer wieder finden sich Briefkästen an der Straße und wir können kleine Wege in den Wald entdecken, an deren Ende sich wohl Wohnhäuser befinden. Wir wundern uns, wer in dieser Abgelegenheit wohnen möchte. Rechts und links der Straße sieht man aufgrund des dichten Wachstums keine 10m in den Wald hinein. Häufig sieht man nichtmal den Himmel vor lauter satt grünen Bäumen.

Wie so häufig kommen wir reichlich spät an unserem Ziel an. Wir erreichen einen der wenigen Campingplätze im Regenwald natürlich nachdem dieser bereits geschlossen hat. Glücklicherweise bietet dieser einen Service, den wir auf unserer weiteren Reise sehr häufig vermissen werden. Man kann direkt vor Ort auch nach den Öffnungszeiten der Rezeption buchen, einchecken und sich einen Platz aussuchen. Das ist schnell erledigt und wir richten uns unter großen Bäumen umgeben von dichtem Dschungel ein. Es regnet nicht mehr, ist aber dennoch feucht.

Blick von einem der Aussichtspunkte entlang der Straße durch den Regenwald

Wir beschließen vor dem Abendessen noch den nahe gelegenen Strand zu besichtigen, halten aber reichlich Abstand zu allen Gewässern, die wir entdecken, da nicht nur in den Flüssen, sondern auch im Meer Krokodile zu Hause sind. Beeindruckend ist, dass hier der Regenwald im wahrsten Sinne des Wortes das Meer küsst. Häufig liegt nur ein schmaler Sandstrand oder einige Meter Felsen zwischen dem Meer und dem undurchdringlichen Wald.

Während des Abendessens entdecken wir erst eine und dann immer immer mehr Fledermäuse, die ganz in der Nähe ihr Tagesquartier haben müssen und nun über uns kreisen.

Fledermäuse im Baum über uns

Gerne wären wir von hier aus zu unserer ersten Schnorcheltour am Great Barrier Reef gestartet, aber aufgrund der Regenzeit hat der Veranstalter eine Woche Pause, beginnend am Tag unserer Ankunft. Was ein timing.

Nichts desto trotz freuen wir uns über die kommenden Tage hier im Regenwald, es ist ein besonderer Ort an der Ostküste Australiens!

Die Fledermäuse und wir sagen an dieser Stelle erstmal gute Nacht und bis Morgen!

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