Tag 3+4 Aufenthalt in Jagat und Weg nach Tal
In Jagat angekommen beschlossen wir uns in einem kleinen familiengeführtem Hotel nieder zu lassen. Den Vater haben wir bereits unterwegs getroffen, er war mit dem Motorrad unterwegs zu seiner kranken Mutter und hat uns sein Hotel „Mont Blanc“ nahe gelegt. Neben dem „real Coffee“ hat uns die freundliche Art des Sohnes und der Frau überzeugt dort 1-2 Nächte zu verbringen. Das haben wir auch gebraucht und hat sehr gut getan.
Jagat liegt etwas oberhalb des Flusses und besteht aus einer Ansammlung von Unterkünften direkt an der Straße. Außerdem verfügt Jagat über eine heiße Quelle. Diese entspringt nahe des Flusses und liefert warmes Wasser, welches in zwei einfache Betonbecken geleitet wird, in denen man direkt am Fluss entspannen kann. Hinunter führt eine (vor allem auf dem Hochweg) endlos scheinende Treppe. Die Becken mit warmem Wasser sind aber nicht nur bei den wandernden Touristen, sondern auch bei den Einheimischen zum Baden und sich Waschen sehr beliebt. Wir entschlossen uns, die Quellen an unserem Rest-Day zu erkunden. Dort trafen wir dann auch Spirit, die uns noch öfters auf dem Trek begegnen sollte.
Interessanterweise werden die Angebote der Unterkünfte hier in der Region sehr stark reglementiert. Es gibt immer für ein paar Orte eine Art Touristen Komittee, die die Preise festschreiben. So finden sich in allen Unterkünften innerhalb eines Bereichs die gleichen Speisekarten mit identischen Preisen. So muss man sich nicht lange auf die Suche nach einem günstigen Hotel machen und kann sicher sein nicht abgezockt zu werden.
Ann-Kathrin hat ihre Freude an Dal Bhat gefunden. Einem typisch nepalesischen Gericht bestehend aus Reis, Spinat oder Salat, Linsensuppe, Pickles, Kartoffeln oder Blumenkohl und auf Wunsch mit Fleisch. Traditionellerweise wird das Dal Bhat auf einer großen Platte serviert. Bei diesem Gericht ist es Tradition, dass man sich einzelne oder alle Bestandteile nachbestellen kann, sollte eines davon leergegessen sein. Das macht es für hungrige Trekker noch interessanter. Je nach Region oder auch schon Ortschaft variiert die Zusammensetzung etwas, weshalb man beim gleichen Gericht doch immer etwas Abwechslung bekommt.
Am nächsten Tag ging es gut erholt von Jagat in Richtung Tal. Vom Sohn des Hotelbesitzers wurde uns empfohlen den Trek zu nehmen und nicht an der Straße entlang zu wandern. Da wir gut erholt und der Trek bis zu unserem nächsten Ziel absehbar lang war, folgten wir diesem Rat. Es ging zunächst etwas entlang der Straße, bevor wir dann den Fluss auf einer der vielen Hängebrücken kreuzten. Wir folgten dem Trek, der immer wieder steile Treppen für uns bereit hielt. Bedauerlicherweise waren die Unterkünfte und Rast-Möglichkeiten auf dieser Seite des Tals geschlossen, weshalb wir uns zunächst aus unseren Vorräten versorgen mussten, bevor wir dann auf halber höhe des letzten Anstiegs vor unserem Ziel noch eine Blechhütte erspähten, die sich als Restaurant entpuppte. Hier konnten wir uns bei heißem Tee und gebratenem Reis mit Gemüse und Ei etwas stärken. Obwohl es erst 14Uhr war verschwand die Sonne bereits aus dem tief eingeschnittenem Tal und es wurde direkt kalt, weshalb wir uns schnell auf den Weg nach Tal machten. Die nette Dame des „Restaurants“ sagte uns, dass Tal etwa 1h entfernt wäre. Da wir bereits schlechte Erfahrungen mit den Distanzangaben der Einheimischen gemacht hatten rechneten wir mit dem schlimmsten, um dann nach ca 30 Minuten relativ steilen Aufstiegs Tal zu entdecken.
Tal liegt wie der Name es vermuten lässt auch wirklich im Tal. Auch hier scheint die Flut im letzten Jahr schwere Schäden hinterlassen zu haben. Ein Wunder, dass aber ein Großteil des Ortes noch steht, da er kaum erhöht vom Fluss gelegen ist.
Wir werden auf unserem Weg durch den Ort von verschiedenen Betreibern von Unterkünften angesprochen. Entschieden uns dann aber für das Tilicho Hotel. Was sich im Nachhinein auch als super herausstellte. Wir bekamen ein recht kaltes Zimmer mit angeschlossenem Bad und warmem! Wasser in selbigem. Nach einer heißen Dusche und einem warmen Dal Bhat im kalten Speiseraum durfen wir es uns noch in der Küche am offenen Feuer gemütlich machen und die kalten Knochen wärmen.