Tag 5 Unser Weg von Tal nach Chame
Wir starteten unseren Tag in unserer Unterkunft in Tal recht früh (für unsere Verhältnisse). 7:30 Uhr sollte es Frühstück geben, sodass wir um 8 starten können. Wir packten bereits die meisten Sachen in die Rucksäcke, bevor wir uns in Richtung kaltem Speiseraum begaben. Wir wurden von der Hausherrin direkt begrüßt und sie schlug uns vor bei Ihr in der Küche am Feuer zu essen. Das kam uns bei wenigen Grad über Null sehr gelegen. Sie kochte erstmal Tee und versuchte uns mit Händen und Füßen Geschichten zu erzählen. Leider wollten wir nur schnell was essen und dann los, weshalb wir etwas drängten. Nach einer Kanne heißem Zitronentee gab es dann Chapati mit Omlette für uns beide am warmen Feuer und es fiel umso schwerer zurück in die Kälte und in den Tag zu starten, besonders da die liebevolle Gastgeberin uns noch 6Zitronen/Limonen mit auf den Weg gab, da es diese wohl in höheren Gebieten nicht mehr gäbe. Wir hatten wirklich einen sehr warmherzigen Aufenthalt und es tat uns schon fast Leid nun gehen zu müssen, aber die Vorfreude auf die nächsten Dörfer und den Trek war groß.
Schnell war der Rest gepackt und wir starteten die nächste Etappe. Da es im letzten Jahr während des Monsun eine schwere Überflutung gab, bei der auch Teile des Treks weggespült wurden, sollte uns die Etappe an der Straße entlang führen. Wir sind uns nach wie vor nicht sicher, ob wir die Straße oder den Trek bevorzugen. Der Vorteil der Straße sind meist leichte kontinuierliche Anstiege und Gefälle. Natürlich wird man immer mal wieder von einem Auto, Motrorrad oder Traktor gestört aber der Verkehr hält sich doch in Grenzen. Auch bleibt immer die Option in einen Jeep zu steigen und die Etappe abzukürzen. Der Trek hingegen liegt häufig auf der anderen Flussseite. Man begegnet weniger, bis gar keinen Menschen, es geht auch gerne mal steil bergauf um dann direkt wieder steil hinunter.
An diesem Tag wurde uns die Entscheidung durch die Natur abgenommen. Wir bekamen die Auswirkungen der Flut auch direkt zu spüren. Erst vor wenigen Wochen wurde eine Behelfsbrücke errichtet, mit der sich kurz hinter Tal der Fluss kreuzen lässt und wir auf die auf der anderen Seite des Flusses verlaufende Straße kommen können.
Nach einem kurzen steilen Anstieg erreichen wir die Straße, der wir für ca 1h folgen um dann eine erste kurze Rast zu machen und etwas warmes trinken. Zügig geht es dann weiter, bis wir nach ca 3h Dharapani erreichen. Hier findet sich, wie so häufig in den kleinen Orten entlang des Treks eine Sammlung an Unterkünften mit Restaurant. Wir finden eine Terasse in der Sonne und stärken uns mit gebratenem Reis, MoMos und Getränken. Nachdem wir in der Sonne trockneten und uns aufgewärmt und gestärkt haben geht es noch ein Stückchen weiter Richtung Danakyu. Nach 12km und ca 670 Höhenmetern beschließen wir einen Jeep anzuhalten und uns bis nach Chame fahren zu lassen. Ann-Kathrins Husten meldet sich zurück und wir merken, dass wir einen Tag Pause brauchen. Den möchten wir direkt mit der Gewöhnung an die Höhenluft verbinden, weshalb wir beschließen 1-2 Tage auf dem Trek zu überspringen.
Glücklicherweise findet sich auch schnell ein Jeep, der noch zwei freie Plätze hat und uns ins ca 12km entfernte Chame bringt.